Zuletzt geändert am: 25.01.09

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Bahnunterführung, Fahrradstraße und Fahrradstation in Lingen – zweimal Hui, einmal Pfui!

Seit mehr als einem Jahr sind diese Neuerungen in Betrieb. Unterführung und Fahrradstraße sind besonders für die Bewohner der Stadtteile östlich des Bahnhofs ein echter Gewinn. Der Weg zum Bahnhof hat sich verkürzt, kein Warten mehr an den geschlossenen Schranken des Bahnübergangs. Zügig kann die Bahnlinie unterquert werden; die lichte und breite Gestaltung der Unterführung und der Rampen sind angenehm zu befahren und zu begehen – auch bei Dunkelheit. Lange haben Vertreter der ADFC-Ortsgruppe in Lingen mit Vertretern vom Tiefbauamt über eine Markierung von Rad- und Fußwegen diskutiert. Dass letztlich der gesamte Bereich als gemeinsamer Rad- und Fußweg ausgewiesen wurde, scheint kein Nachteil zu sein. Im Detail gibt es sicher ein paar Mängel: so lässt sich auf der Bahnhofsseite der Rampe weder links noch rechts über die Begrenzungsmauern hinwegsehen. Hier ist es schon zu Zusammenstössen zwischen Radfahrern und auch mit Fußgängern gekommen. Kinder sind hinter den Mauern überhaupt nicht zu sehen und tauchen völlig unvermittelt hinter den Ecken auf. Durch den Versatz der Querungen über die Bernd-Rosemeyer-Straße verlangsamen die Fahrradfahrer allerdings ihre Geschwindigkeit; damit ist eine höhere Sicherheit gegeben.

Dass die Ampeln zur Querung der Kaiserstraße auf der anderen Seite der Unterführung mit Induktionsschleifen ausgestattet sind, die vor dem Überfahren die Ampeln meist rechtzeitig auf grün stellen, haben zwar noch nicht alle Radfahrer bemerkt; wenn man es aber erst einmal raus hat, ist es klasse: Ein echtes Novum an der Einmündung dieser dritten, ca. 700 Meter langen Fahrradstraße in Lingen. Eine Verlängerung der Fahrradstraße entlang der Adolf- und Ludwigstraße bis zur Lengericher Straße wäre allerdings wünschenswert.

Ganz anders die Fahrradstation: Es soll Fahrradabstellanlagen mit einer Fahrradwaschanlage geben: In Lingen regnet es einfach durchs Dach – kostenlos. Bei den sechs Einzelboxen für Fahrräder fehlen noch immer die Schließmechanismen. Es gibt zwei Fahrradkäfige für jeweils ca. 20 Fahrräder. Die Türen waren lange Zeit arretiert bis ein Spaßvogel die Sperre gelöst hat. Nein, es wurden jetzt nicht etwa Schlüssel vergeben, sondern die Türen entfernt. Die Fahrradabstellanlage bietet von außen kaum Einsichtmöglichkeiten: Ein Angstraum. Die zahlreich herumliegenden zerstörten Fahrradschlösser deuten darauf hin, dass auch die Zahl der Diebstähle hoch ist. Genauere Zahlen werden in der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses erwartet. Inzwischen ist der Innenbereich sehr verschmutzt: Lebensmittelreste, Papier, kaputte Glasflaschen, Plastikverpackungen; es sieht aus, als sei seit Wochen hier nicht mehr sauber gemacht worden. Mit dazu trägt sicher bei, dass die Fahrradstation nicht von außen einsehbar ist. Außerdem scheinen die Seitenwände verkehrt herum montiert worden zu sein: Innen hellrot und außen mausgrau. Hier hätten sich die Planer mal in NRW im Vorhinein Rat holen sollen. In Emsdetten wird gerade wieder einer äußerlich ansprechende, funktionell wirkende Anlage fertiggestellt. Auch die Tatsache, dass die Anregung des ADFC aufgegriffen wurde, auf der anderen Seite der Bahnlinie eine kleine Dependance zu bauen kann den dürftigen Gesamteindruck der Fahrradstation nicht retten.

Trees Debeerst, Gernot Hartmann, Peter Blauert, ADFC Lingen

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